... und hab da aus Probezwecken und, um in meine Kommunikation mit Axxel etwas mehr Abwechslung zu bringen, vor ein paar Wochen einen Account angelegt. Es ist ungeeignet für mich. Ich bin keine interessante Zeitschrift oder Institution und erliege nicht der Hybris, dass meine täglichen Verrichtungen in irgendeiner Form Nachrichtenwert für Menschen besitzen. Sicher gibt es da Freunde und Bekannte, denen man das hier und da mal auf Facebook zumuten darf, aber im Großen und Ganzen ist das Schwachsinn. Außer einem Link und zwei drei Blödeleien ist für mich da nichts bei raus gekommen. Ehrlich: Ich glaube, twitter wird zusammen mit StudiVZ eine der Web2.0-Hype-Sachen sein, für die wir uns später vor unseren Kindern schämen. So wie unsere Mütter sich heute vor uns für Ihre Blusen in den 80ern schämen (nein, die Blusen, die ich meine - die zu denen man eine Brosche tragen kann - hatten nie ein Revival und werden auch nie ein Revival haben). Wenn bloggen das bekritzeln der Klowände des Internet ist, dann ist twittern das beschriften des Klopapiers vor Nutzung. Also beschriften, benutzen, runterspülen und hoffen, dass einer der Kanalarbeiter den kärglichen Fetzen findet und denkt "cooler Typ!".
Kurz: twitter ist wirklich nutzlos!
Dachte ich bis eben. Da habe ich, bei einem etwas langweiligen surf-morgen (ich lasse jetzt mal das WEB vor SURF weg, niemand könnte denken ich wäre heute morgen auf echten Wellen geritten) die Gelegenheit genutzt und meine spontane Begeisterung über die letzte Ausgabe der John Stewart Show (Bruce Springsteen zu Gast) auf besagter twitter Plattform zum Ausdruck gebracht. Nicht ohne dabei den
Comedy-Central-Stream dieser Folge zu verlinken. Ein typischer Eintrag der Kategorie "Hey Axxel, ich weiß eine Mail hätte es auch getan aber das ist auch irgendwie so 1989 und nicht so cool wie twitter, schau mal die Stewart Folge mit dem Boss, Du hast doch gerade auch nichts besseres zu tun".
und dann

irgendwie scheint Jon Stewart persönlich zu kontrollieren, wer da seine Sendungen verlinkt.
Und ich war total bewegt und aufgeregt und dachte, noch kannst Du zwar nicht Guido Westerwelle auf's Maul hauen aber jemandem, den man sehr mag, zu sagen, dass man ihn sehr mag, hat ja auch was für sich. Obgleich sich das - vor einem kulturrevolutionärem Hintergrund - recht brotlos ausnimmt. Ich klickte dann also nervös auf das Profil des "realjonstewart", um dessen "follower" zu werden (Ihr seht, auch hier das Vokabular der biblischen Revolutionäre. Ist "Jünger" als Übersetzung von "follower" adäquat? "Folgerer" klingt zumindest doofer). Dabei stelle ich fest, dass der "echte Jon Stewart" nur eine in twitter-Format vorgetragene Petition ist, den wirklich echten Jon Stewart dazu zu bringen, doch auch endlich mal in echt zu twittern.
Wie Axxel unlängst verlinkte
hasst John Stewart twitter mindestens so sehr wie ich.
Und ich hasse twitter jetzt noch mehr!
Wer hasst mit?
Werdet meine "follower" auf twitter!
P.S.: Ich war mir nicht sicher wie man "doof" steigert.
Lernt dazu, schließlich sind wir ein Blog mit Bildungsauftrag