Mittwoch, 15. Oktober 2008

Creeps (You're Giving Me The)

Ob das ein neuer Trend in der Printwerbung ist? Zwei Beispiele, die mich jüngst beim Gang durch die Stadt zusammenzucken liessen:
Da ist erstmal dieser Kerl von der neuen, superbescheuerten Mercure-Kampagne, die unter dem Titel "Meet the Mercures" die Angestellten zu Superhelden stilisiert, die alles daran setzen, dem Gast den besten Hotelaufenthalt aller Zeiten zu bescheren.

Dies allein ist schon deppert, zudem man dann konsequenterweise auch noch "Mr. Minibar", "Mrs. Gratishandtuch" und "Miss Blowjob" hinzudichten sollte, am meisten verstört hat mich dann aber doch der hier abgebildtete Typ mit den gelben (nee, das ist nicht mehr blond. Das ist gelb!) Haaren, der personifizierte "Mr. Detail". Will man sich von so einem Typen Blumen in die Bude stellen lassen? Mich macht der irre Blick über das Buket schon ein bisschen nervös, man hört förmlich, wie er in knabenhafter, psychotisch-leiser Stimme, geschüttelt von nervösen Zuckungen, vor sich her zischt: "Alles muss perfekt sein … jedes Detail muss stimmen."

Das erinnert mich persönlich eher an einen gestörten Serienmörder, der seine Opfer ausweidet und die sorgfältig abgetrennten Körpergliedmaßen zu einem bizarren Gebilde zusammen leimt (Jedes Detail muss stimmen). Später findet die Polizei einen blutigen Schrein, der selbst erfahrene Beamten bleich werden lässt. Und so einer soll Zimmerservice machen? Nee!

Weiter gehts mit der Sparkasse. Gerade die Bankenkrise ist ja im Moment gebeutelt wie Jens, "Vertrauen" ist das Stichwort, was dieser Tage immer wieder durch die Gazetten geistert. Das Vetrauen in die Banken, die Märkte, die Aktien, den Dax muss wieder hergestellt werden. Und dann kommt die Sparkasse mit diesen Gesichtern an:




Die Kampagne läuft unter dem Motto "Mit allen Sinnen für sie da", also sind in den Fotos nur spezielle Gesichtspartien hervorgehoben. Aber besonders die Dame ganz unten sieht aus, als ob sie mir jede Sekunde eine Klinge an die Kehle halten und mich um mein Geld erleichtern wollte. Ganz oben wieder ein Serientäter, diesmal der smarte Hochzeitsschwindler, der sich den Damen charmant vorstellt, um sie dann feig´zu erdrosseln. Ob ich da eine Geldanlage machen will? I don't think so!

Und der Vollständigkeit wegen noch ein Foto vom vergangen Juni von der Sparkasse Mainz. Ein jeder bilde sich sein eigenes Urteil:

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Hey, nichts gegen Mr Detail!

Immerhin baut der in seinem Keller ein sehr akkurates Modell des Tempels des Sonnengottes Ra aus Prostituiertenaugäpfeln nach. Es soll auf eine bizarre Art sehr schön sein ...

"Es reibe sich die Augäpfel mit der Lotion ein!"

Wortpiratin hat gesagt…

Hej hej, nichts gegen den Herrn Guckelsberger! Der ist übrigens unten im Bild, der korpulente Herr in der Mitte ist demnach der Kunde.

Was den Hotel-Boy angeht gebe ich dir uneingeschränkt recht, wenn der mit Handtüchern vor mir stünde würde ich auch vermuten, er hat dazwischen Leichenteile eingeklemmt... Und die Sinne-Fuzzis sehen alle aus wie die Hauptverdächtigen aus einer Fole "Der Kommissar".